Rượu nếp – Gegärter Klebreis

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Dieses Gericht ist typisch für Nordvietnam. Es schmeckt ein bisschen süß und leicht nach Alkohol, daher auch der Name – Rượu bedeutet Alkohol. Meist wird Rượu nếp zwischendurch gegessen. Es soll reinigend wirken und ist deshalb auch ein wichtiger Bestandteil des Đoan-Ngọ-Fests, welches zur inneren und äußeren Reinigung genutzt wird.

Rượu nếp besteht aus speziellem Klebreis und dafür geeigneter Hefe, die es bereits fertig zusammen verpackt zu kaufen gibt. Der Klebreis kann weiß oder violett sein, wobei der violette Reis leichter verdirbt, wenn nicht die richtige Mischung getroffen wird.

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(Fotoquelle: chudu24.com)

Die Zubereitung ist relativ einfach. Der Klebreis wird gründlich gewaschen und gedämpft. Dies kann man entweder in einem Dämpftopf oder in einem Sieb, das in einen Topf mit Wasser gehängt wird. Dabei muss darauf geachtet werden, dass das Wasser auch im kochenden Zustand das Sieb nicht berührt und bei geschlossenem Deckel kein Dampf entweichen kann. Der Reis sollte etwas weicher als normal gegart werden.

Die Hefe fein reiben oder mörsern. Den fertigen Klebreis in eine verschließbare Schüssel geben und etwas abkühlen lassen. Wenn er lauwarm ist, die geriebene Hefe darüber sieben, die Schüssel abdecken und den Reis an einem warmen Ort 3 – 4 Tage unter gelegentlichem Rühren (ein- bis zweimal pro Tag) gären lassen. Im Kühlschrank hält er sich anschließend mehrere Wochen.

Manche peppen den Reis vor dem Essen noch ein bisschen auf, indem je nach Geschmack noch Zucker oder weißer Schnapps dazugegeben wird.

Rượu nếp kann auch zum Kochen verwendet werden. Dafür wird der gegärte Reis in einem Mörser zerstampft und in Wasser einige Minuten eingeweicht. Anschließend wird das Wasser gefiltert und zu bestimmten Suppen ähnlich wie Wein in der europäischen Küche zugegeben, z.B. bei Đậu phụ ốc chuối xanh (Tofu mit Schnecken und Kochbananen).

Rezeptverweis:
Đậu phụ ốc chuối xanh – Tofu mit Schnecken und Kochbananen

8 Gedanken zu „Rượu nếp – Gegärter Klebreis

    • Hallo lacrangchay,

      wir nehmen normalerweise immer die mitgelieferte Hefe und haben weder Back- noch Weinhefe ausprobiert. Theoretisch funktionieren beide, da die Alkoholentwicklung nicht allzu stark ist. Allerdings ist Weinhefe reiner als Backhefe und soll daher besser schmecken.
      Viele Grüße

  1. Alkoholisierter Reis klingt wirklich ungewöhnlich. Ich würde annehmen, dass der Reis nach 3-4 Tagen schon zu schimmeln beginnt. Aber ob die Hefelein das ändern, muss ich mal unbedingt ausprobieren. Danke

    • Wie Luong Thi Cam Van schon schrieb, verhindert der entstehende Alkohol das vorzeitige Schimmeln. Der Reis hält sich so etwas länger, aber auch nicht unendlich und sollte daher nach dem Erreichen des gewünschten Geschmacks kalt gestellt werden – auch um die Gärung zu verlangsamen.

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