Gà nấm bỏ lò – Gebackenes Hähnchenfleisch mit Pilzen

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Ein Hähnchen entbeinen und das Hähnchenfleisch in dünne Scheiben schneiden. Mit Fischsauce, klein gehackten Zwiebeln und Pfeffer würzen. Getrocknete und eingeweichte oder frische Shiitake-Pilze ebenfalls in sehr dünne Scheiben schneiden.

Ein Topf wird innen komplett mit Öl ausgestrichen und danach Fleisch und Pilze beginnend mit einer Fleischschicht wechselweise aufschichten. Zuletzt wird eine Fleischschicht aufgelegt.

Anschließend wird der Topf bei 200°C in den Ofen gestellt und je nach Menge 20-30 min gebacken.

Die Shiitake-Pilze können auch mit unseren Waldpilzen gemischt oder durch sie ersetzt werden.
Dieses Gericht wird eigentlich traditionell gedämpft und dann Gà hấp nấm genannt.

Dazu wird Reis gegessen.

Nấm hương – Lentinula edodes – Shiitake-Pilz

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Übersetzt heißt dieser Pilz im Vietnamesischen „Duftpilz“, was auf seinen Geruch im frischen Zustand zurückzuführen ist.

Shiitake-Pilze waren früher hier meist nur getrocknet erhältlich, werden jedoch immer beliebter und inzwischen auch frisch verkauft. Da sie recht einfach kultivert werden können, werden sie mittlerweile weltweit angebaut und zählen zu den meistverkauften Pilzen.

In ganz Ostasien wird der Pilz nicht nur in der Küche verwendet, sondern aufgrund seiner Heilwirkung auch als Medizin gegen eine Vielzahl von Krankheiten eingesetzt. Eine Übersicht bietet dazu Wikipedia.
Er soll cholesterinsenkend und immunstärkend wirken.

Alternative vietnamesische Bezeichnungen o. Schreibweisen:
Nấm đông cô

Rezeptverweis:
Chim hầm hạt sen – Geschmorter Vogel mit Lotoskernen
Há cảo – Gefüllte Teigtaschen aus Reismehl
Gà rút xương – Gefülltes Hähnchen ohne Knochen
Bát bóng – Gemüsesuppe mit Schweineschwarte
Xúp lươn – Aalsuppe
Gà nấm bỏ lò – Gebackenes Hähnchenfleisch mit Pilzen
Nấm đắp giò – Suppe mit gefüllten Shiitakepilzen und Gemüse
Mì vằn thắn – Nudelsuppe mit Wantan

Đĩa rau sống – Kräuter-/ Gemüseteller

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Neben den übrigen Gerichten steht in Vietnam meist noch ein Teller auf dem Tisch mit zu den Speisen passenden Kräutern und rohem Gemüse. Diese werden einfach zu den Gerichten dazugegessen, mit in Röllchen gerollt oder einfach in die Sauce gedippt und gegessen. Die Kräuter werden nur geringfügig zerkleinert und können von jedem selbst mundgerecht in Form gebracht werden.

Cá bỏ lò – Gebackener Fisch

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Ein ganzer, relativ großer Fisch – am besten Karpfen – wird ausgenommen und seitlich ca. alle 3 cm eingeschnitten. Aus den Innereien und dem Kopf kann parallel eine Fischsuppe bereitet werden.

Die Bauchhöhle und die Einschnitte werden mit Pfeffer und Salz eingerieben. Ingwer und Zwiebeln werden kleingeschnitten und ebenfalls in die Einschnitte und Bauchhöhle verteilt.
Danach den Fisch mit Öl einreiben und auf ein mit Alufolie ausgelegte Backblech legen. Bei 250 °C ca. 25 – 30 min in der Röhre lassen, zwischendurch wenden und gelegentlich mit Öl bestreichen. Nach dem Garen werden die Zwiebel- und Ingưerstücke entfernt.

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Für die Sauce werden Tomaten und Zwiebeln kleingeschnitten, die Zwiebeln in etwas Öl angebraten und die Tomaten dazugegeben. Mit Fischsauce und 1/2 TL Zucker würzen, mit etwas Wasser ablöschen und über den Fisch gießen. Wer möchte, kann noch in ca. 5 – 10 cm lange Abschnitte geschnittene Frühlingszwiebeln und Dill kurz in der Sauce schwenken oder roh auf einem Kräuterteller servieren.

Dazu wird Reis gegessen.

Bánh cuốn tráng chảo – Reisrollen aus der Pfanne

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Dieses Gericht wird im Norden Vietnams hauptsächlich als Frühstück gegessen. Normalerweise werden die Reisrollen dünn auf ein Tuch aufgestrichen, dass über einem mit Wasser gefüllten Topf gespannt ist, und gedämpft, sie können aber auch wie hier beschrieben zubereitet werden. In Berlin gibt es die Röllchen in den Asiamärkten bereits fertig zu kaufen.

Für den Teig kann man einen Beutel Bánh-Cuốn-Mehl im Asialaden kaufen und dieses nach Vorgabe mit Wasser verrühren.

Alternativ vermischt man 150g Reismehl, 100g Tapiokastärke, 1 EL Öl und 1 TL Salz mit ca. 1 l Wasser und lässt das Ganze ca. 1/2 h ruhen.

Für die Füllung wird eine Zwiebel kleingehackt und getrocknete Mu-Err-Pilze ca. 1/2 h in heißem Wasser eingeweicht und ebenfalls sehr klein geschnitten.

Die Zwiebeln in einer Pfanne mit wenig Öl anbraten, 200 g Hackfleisch dazugeben, mit etwas Fischsauce andünsten und 8-10 min. braten. Danach die Pilze dazugeben und noch ca. 2 min. weiterbraten und zur Seite stellen.

Eine Pfanne mit 20 cm Durchmesser auf den Herd stellen, mit Öl bestreichen und den vorbereiteten Teig dazugeben, einmal schwenken, so dass der Pfannenboden vollständig bedeckt ist. Überflüssiger Teig sollte zurück in die Schüssel gegeben werden, da die Teigblätter relativ dünn sein müssen.

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Bei zugedeckter Pfanne ca. 1 bis 2 min fest werden lassen. Am besten lässt sich der Teig mit Hilfe eines Siebs herausnehmen, indem dieses in die Pfanne gehalten wird und beide zusammen umgedreht werden.

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Anschließend wird ein Esslöffel Füllung längs auf dem Mehlblatt verteilt und dieses zusammengerollt.

Die Röllchen werden mit gerösteten Zwiebeln bestreut und zusammen mit Nước mắm dấm und Koriander gegessen.
Oft wird dazu noch gebratene Wurst (Chả) gereicht.

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Rezeptverweis:
Bê thui cuốn lá cải – Kalbsfleischröllchen in Rutenkohlblätter

Mộc nhĩ đen – Auricularia auricula-judae – Judasohr

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Dieser Pilz wird u.a. auch Mu-Err-Pilz (nach seiner chinesischen Bezeichnung) oder Wolkenohrenpilz genannt. Er wächst nahezu weltweit an bestimmten Baumsorten und ist im Handel getrocknet erhältlich. Zur Weiterverwendung werden die getrockneten Pilze ca. eine halbe Stunde in heißem Wasser eingeweicht und der harte Stielansatz entfernt. Nicht genutzte Pilze können einfach wieder getrocknet und beim nächsten Mal erneut eingeweicht werden.

Auf Grund seiner Geschmacksneutralität wird der Pilz in erster Linie wegen seiner leicht zähen Konsistenz verwendet – er bringt so etwas Struktur und Bissfestigkeit in relativ weiche Speisen.

Alternative vietnamesische Bezeichnungen o. Schreibweisen:
Mộc nhĩ
Nấm mèo – Südvietnam

Rezeptverweis:
Chim hầm hạt sen – Geschmorter Vogel mit Lotoskernen
Giò thủ – Schweinekopfwurst
Canh khổ qua – Suppe mit gefüllten Bittermelonen
Há Cảo – Gefüllte Teigtaschen aus Reismehl
Gà rút xương – Gefülltes Hähnchen ohne Knochen
Nem rán – Vietnamesische Frühlingsröllchen
Bắp cải nhồi thịt – Vietnamesische Krautwickel
Cà chua nhồi thịt – Gefüllte Tomaten
Thịt đông – Sülze
Trứng tráng thịt – Omelett mit Hackfleisch
Xúp lươn – Aalsuppe
Bánh cuốn tráng chảo – Reisrollen aus der Pfanne
Bánh bao – Gefüllte Hefeklöße

Quả nhãn – Dimocarpus longan – Longan

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Longans werden hier frisch nur saisonal in Asialäden oder -märkten verkauft. Die Früchte sind ein bisschen größer als Weintrauben und schmecken sehr süß.

Ähnlich Litschis ist nur das Fruchtfleisch genießbar, d.h. die Früchte müssen geschält und entkernt werden. Am einfachsten knackt man die Schale leicht mit den Zähnen auf, drückt das Fruchtfleisch heraus und spuckt den Kern aus. Man kann aber auch die Früchte normal mit den Fingern schälen. Je kleiner der Kern ist, desto besser ist die Qualität der Früchte.

Longans werden meist frisch als Nachtisch gegessen oder frisch oder getrocknet für Süßspeisen verwendet.

Rezeptverweis:
Chè hạt sen long nhãn – Kompott aus Longanfrüchten und Lotoskernen

Canh riêu cá – Fischsuppe

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Diese Suppe wird üblicherweise in Vietnam zu anderen Fischspeisen dazugereicht und dient der „Resteverwertung“, da sie aus dem Kopf und den Innereien zubereitet wird. Es kann aber auch jeder andere ausgenommene Fisch oder Filet verwendet werden.

Eine halbe Zwiebel klein schneiden und in einem Topf anbraten, 3 – 4 Tomaten klein schneiden, dazugeben und mit etwas Fischsoße und einer Tai chua andünsten. Den Fisch dazugeben und ca. 10 min bei mittlerer Hitze in der Soße kochen. Danach wird alles mit ca. 1 l Wasser abgelöscht, weitere 10 min auf kleiner Flamme gekocht und mit Fischsauce nachgewürzt.

Wenn Filetstücke verwendet wurden, die Kochzeit etwas reduzieren, da sie sonst zerfallen.

Kurz vor dem Servieren wird noch klein geschnittener Dill und ein bis zwei in ca. 1 cm breite Scheiben geschnittene Frühlingszwiebeln dazugeben.

Normalerweise werden der Fisch bzw. die Fischstücke von der Suppe getrennt auf einem Teller gereicht, da sich so der Fisch besser teilen lässt und von den Gräten gegessen werden kann. Bei der Verwendung von Filetstücken erübrigt sich die Trennung.
Die Suppe ist kein Hauptgericht sondern wird im Rahmen des gesamten Essens mit auf den Tisch gestellt und zusammen mit Reis im Schälchen gegessen.

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Tai Chua – Garcinia cowa

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(Fotoquelle: Gibbon Rehabilitation Project)

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Getrocknete Früchte

Tai chua ist die Frucht eines Baumes mit dem lateinischen Namen Garcinia cowa. Dieser gehört zur gleichen Gattung wie die Mangostane. Die Kerne sind ähnlich von Fruchtfleisch umhüllt und befinden sich in einer relativ dicken Schale.

Aufgrund ihres säuerlichen Geschmacks werden die einzelnen Fruchtabschnitte getrocknet zum Beispiel zum Säuern von Suppen verwendet, indem sie mitgekocht werden.

Tai chua sind in gut sortierten Asialäden erhältlich, als Ersatz eignet sich aber auch Zitronensaft oder Essig.

Rezeptverweis:
Đậu phụ ốc chuối xanh – Tofu mit Schnecken und Kochbananen
Canh trai – Muschelsuppe
Canh sấu – Saure Rippchensuppe
Canh riêu cá – Fischsuppe
Bún bung – Suppe mit Rippchen und Reisnudeln

Nộm xoài – Mangosalat

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Eine grüne Mango wird in sehr dünne Streifen geschnitten. Etwas Zitronensaft (je nach Reifegrad der Frucht), Salz, der Saft einer Kumquat, etwas Zucker, etwas Erdnussöl und Pfeffer werden verrührt und mit den Mangostreifen vermischt. Wer möchte, kann noch eine Chili kleinschneiden und ebenfalls darunter rühren.

Der Salat wird zusammen mit anderen Speisen zu Reis gegessen.