Kräuter

he Hẹ
Allium tuberosum
Schnittknoblauch
hunglang1 Húng láng
(eine Minzart)
hung_cho Húng quế
Ocimum basilicum
Thai-Basilikum
kinhgioi Kinh giới
Elsholtzia ciliata
Vietnamesische Melisse
lachanh Lá chanh
Zitronenblätter
lalot Lá lốt
Piper lolot
Lolot
lamotamthe Lá mơ tam thể
Paederia tomentosa
laxuongsong Lá xương xông
Blumea lanceolaria
muita Mùi ta (nv)/ Ngò rí (sv)
Coriandrum sativum
Koriander
muitau Mùi tàu (nv)/ Ngò gai (sv)
Eryngium foetidum
Langer Koriander
ngobala Ngổ ba lá (nv)/ rau om (sv)
Limnophila aromatica
Reisfeldpflanze
raudiepca Rau diếp cá (nv)/ Giấp cá (sv)
Houttuynia cordata
Chamäleonpflanze
rauram Rau răm
Polygonum odoratum
Vietnamesischer Koriander
tiato Tía tô
Perilla frutescens
Schwarznessel

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Gewürze/ Würzmischungen

bothoahien Bột hoa hiên
Rotes Taglilienpulver
lon_mar Bột ướp thịt Xá Xiú
Mix für Schweinefleischmarinade
daucacuong Dầu cà cuống
Duftstoff der Riesenwanze
sternanis Đại hồi
Illicium verum
Echter Sternanis
duongphen Đường phèn
Kandisrohrzucker
galgant Giềng/ Riềng
Alpinia galanga
Großer Galgant
muoivung Muối vừng
Sesam-Erdnuss-Mischung
ot2 Ớt
Chili
quasau Quả sấu
Dracontomelon duperreanum
ruouthom Rượu thơm
Duftschnaps
sa Sả
Cymbopogon citratus
Zitronengras
taichuakho Tai Chua
Garcinia cowa
thaoqua Thảo quả
Amomum subulatum
Schwarzer Cardamom
thinh Thính
Pulver aus gerösteten Reiskörnern
tomkho Tôm khô
Getrocknete Shrimps

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Bánh trôi, bánh chay – Gekochte, süße Klebreisbällchen

Diese gekochten Klebreisbällchen stammen ursprünglich aus China und werden traditionell in Nordvietnam zubereitet. Bánh trôi und bánh chay werden vor allem kalt zum Fest „Hàn thực“ am 03.03. nach dem Mondkalender gegessen. Die Hintergründe dieses Fests sind mittlerweile in Vietnam fast vergessen und das Kochen der Klebreisbällchen ist die einzig erhaltene Tradition.

Heutzutage werden sie häufig in kleinen Restaurants oder an mobilen Imbisständen serviert, die sich ausschließlich darauf spezialisiert haben.
Sie bestehen aus einer Hülle aus Klebreisteig, sind meist süß gefüllt und werden in Wasser gekocht.

Es gibt verschiedene Sorten:

Bánh trôi (Rezept)
Diese Bällchen sind relativ klein, ca. 2 cm im Durchmesser und haben als Füllung traditionell ein kleines Stück weicher Rohrzucker (Đường phên), der nach dem Kochen flüssig ist. Oft werden sie mit geröstetem Sesam bestreut. Es gibt Variationen, bei denen als Füllung Sesam mit Zucker geröstet verwendet wird.

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Bánh trôi und Bánh chay mit Chè hoa cau zubereitet
(Fotoquelle: hanoi1000yrs.vietnam.gov.vn)

Bánh chay
Diese Bällchen haben einen Durchmesser von ca. 3 – 3,5 cm und eine Füllung aus Mungbohnen (Đậu xanh). Sie werden in leicht angedicktem Zuckerwasser, das mit Ingwer gewürzt ist, serviert.
Mitunter werden sie mit gerösteten Erdnüssen und/ oder Kokosstreifen garniert.
Sie werden im Sommer auch mit angedicktem Zuckerwasser mit gedämpften Mungbohnen (Chè hoa cau) übergossen, das ohne Ingwer zubereitet wird und dadurch kühlender ist.

Bánh trôi nước
Diese Bällchen werden wie Bánh chay zubereitet, allerdings mit mehr Zuckerwasser und oft mit etwas Kokosmilch serviert. In Südvietnam wird diese Zubereitungsart Chè xôi nước genannt, wobei die Bällchen häufig nur in gesüßter Kokosmilch gereicht werden.

Bánh trôi tàu
Bánh trôi tàu sind etwas größer als Bánh chay, meist etwas flacher und im Durchmesser 5 – 6 cm. Als Füllung werden ebenfalls gemahlene Mungbohnen mit Kokosstreifen verwendet. Serviert werden sie in angedicktem Zuckerwasser aus braunen Zucker und Ingwer und mit Kokosstreifen und geröstetem Sesam garniert. Sie werden im Unterschied zu Bánh trôi nước heiß im nordvietnamesischen Winter gegessen.

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Bánh trôi mặn
Diese Bällchen haben eine herzhafte Füllung aus Mungbohnenmehl und werden unter anderem für gemischte Süßspeisen verwendet.

Grundrezept Teig
250 g Klebreismehl (Bột nếp)
25 g Reismehl (Bột gạo)
ca. 280 ml Wasser
Salz

Mehle zusammen mit einer Prise Salz in eine Schüssel geben, nach und nach unter Rühren das Wasser hinzugeben und kräftig durchkneten. Abhängig von den verwendeten Reismehlsorten differiert die Saugfähigkeit, daher muss u.U. noch etwas Wasser hinzugefügt oder weggelassen werden. Es muss ein geschmeidiger Teig entstehen, der nicht nässen darf. Vor der weiteren Verarbeitung den Teig ca. 30 min ruhen lassen.

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Traditionell wird in Vietnam kein Wasser separat hinzugefügt, sondern die beiden Reissorten nass gemahlen und anschließend das feuchte Reismehl in einem Tuch ausgepresst, sodass der Teig bereits die gewünschte Konsistenz besitzt.

Rezeptverweis:
Bánh trôi – Gekochte Klebreisbällchen mit Zuckerfüllung

Chim hầm hạt sen – Geschmorter Vogel mit Lotoskernen

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Dies ist ein traditionelles, nordvietnamesisches Gericht, das früher vor allem an Festtagen zubereitet wurde und in einigen Familien zu den „4 Schüsseln“ zählt. Für die Brühe wurde meist die klare Brühe vom Kochen des Opferhahns verwendet.
Das Rezept haben wir aus dem Buch „Món ăn Hà Nội xưa“ (Speisen aus dem alten Hanoi), mussten es in Ermangelung eines kleinen Vogels allerdings etwas abwandeln. Daher wird nachfolgend das Originalrezept beschrieben und mit unseren Änderungen kommentiert.

Zutaten:
eine Taube – wir haben ein Stubenküken verwendet
25 g Hackfleisch – eher 100 – 150 g, da der Vogel größer war
eine Handvoll grüne Klebreisflocken (cốm) – getrocknet, daher etwa 15 min in warmes Wasser eingeweicht
ein paar Shiitake-Pilzewir haben außerdem noch einige eingeweichte, in dünne Streifen geschnittene Mu-Err-Pilze verwendet
10 Lotoskerne (hạt sen) – essen wir gern, daher etwa 20 getrocknete Kerne über Nacht in Wasser eingelegt und anschließend die grünen Triebe entfernt
Frühlingszwiebeln
Fischsauce
Klare Hühnerbrühe

Den Vogel waschen. Die getrockneten Shiitake-Pilze in warmes Wasser ca. 30 min einweichen und zerkleinern, mit Hackfleisch, den Klebreisflocken und Fischsauce vermischen. Wir haben noch eine halbe Zwiebel zerkleinert und in die Füllung gegeben. Den Vogel füllen und zunähen. Anschließend in eine Pfanne mit etwas Öl geben und von allen Seiten bei großer Hitze leicht bräunen. Mit klarer Brühe auffüllen, die Lotoskerne hinzufügen und auf kleiner Flamme schmoren.

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Aufgrund der Größe des Vogels und da wir nur wenig klare Brühe hatten, haben wir ihn anders gegart. Einen Topf mit Öl füllen, auf mittlerer Hitze heiß werden lassen, den Vogel hineingeben und ca. 25 min simmern lassen. Zwischendurch wenden. Währenddessen die klare Brühe aufsetzen, die Lotoskerne hinzufügen und ebenfalls bei mittlerer Hitze kochen. Das Huhn aus dem Öl nehmen, in den Topf mit den Lotoskernen geben und zugedeckt ca. 20 min schmoren lassen.

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Den Vogel in sechs Teile schneiden, die Lotoskerne in eine Schüssel geben, die Vogelstücke darauf anrichten. Das weiße Ende der Frühlingszwiebeln in ca. 6 cm lange Streifen schneiden, kurz in die kochende Brühe tauchen und die Schüssel damit garnieren. Wir haben das Huhn im Ganzen angerichtet, zusätzlich mit Koriander garniert und erst am Tisch zerkleinert.

In unserem zweiten Versuch hatten wir anstatt der Klebreisflocken leicht zerkleinerte Lotoskerne der Füllung zugefügt, was dieser einen leicht nussigen Geschmack gibt.

Rượu thơm – Duftschnaps

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Dieser Alkohol wird vor allem zum Einlegen von Fleisch (insbesondere Schwein oder Huhn) verwendet. Im Unterschied zu den Rezepten im Netz benutzen wir mehr getrocknete Orangenschale, da die Orangenschalen hier weniger Aroma haben.
Über die Herkunft habe ich keine genauen Informationen erhalten. Im Norden wird dieser Alkohol bei den mir bekannten Familien nicht zubereitet. Es gab einmal eine Dokumentation im Fernsehen, wo er als geheimes Würzmittel in Mittelvietnam vorgestellt wurde.
Die mitunter verwendete Bezeichnung Rượu mai quế lộ wurde von chinesischen Wort Méiguīlòu jiǔ (südchin. Mei Kuei Lu Chiew) abgeleitet, einem südchinesischem Likör, der allerdings unter Verwendung von Rosenblüten direkt distiliiert wird und geschmacklich Rượu thơm überhaupt nicht entspricht.

Rượu thơm ist sehr praktisch, da so nicht mehr auf das Mischungsverhältnis der einzelnen Gewürze geachtet werden muss und der Alkohol den Eigengeruch des Fleisches mildert. Das Fleisch erhält einen schönen, unaufdringlichen Duft und Geschmack.

Als Grundlage wird meistens Wodka, mitunter auch höherprozentiger Reisschnaps genutzt. Auf einen Liter werden etwa folgende Zutaten verwendet:
15 Nelken
5 Stück Sternanis
15 Pfefferkörner
5 Stück Zimtschale, ca. 2 cm lang
getrocknete Orangenschale, insgesamt ca. 15 cm

Für die Orangenschale am besten mit einem Kartoffelschäler das Äußere einer unbehandelten Orange abschälen, da die weißen Bestandteile der Schale Bitterstoffe enthalten, und diese 2 – 3 Tage trocknen lassen.
Die übrigen Gewürze in eine Pfanne geben und bei mittlerer Temperatur unter ständigem Rühren etwas anrösten. Alles in die Wodkaflasche geben und ca. 3 – 4 Wochen ziehen lassen.

Sollte für die Standzeit keine Zeit mehr sein, kann alternativ auch der Alkohol mit 5-Gewürze-Pulver (ngủ vị hương) im Verhältnis 3:1 vermischt verwendet werden.

Alternativ kann zur Orangenschale auch 1 TL geröstete Fenchelsamen verwendet werden.

Alternative vietnamesische Bezeichnungen o. Schreibweisen:
Rượu mai quế lộ

Rezeptverweis:
Thịt gà rán – Gebratenes Hühnerfleisch

Cháo gà – Reissuppe mit Huhn

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Diese Suppe wird häufig als kräftigende Mahlzeit für Kranke oder als wärmende Speise im Winter zubereitet. Von einigen Familien wird sie zum Neujahrsfest aus der Brühe des gekochten Opferhahns gekocht.

Als Fleischeinlage sollte am besten ein junges Huhn oder Hähnchen verwendet werden. Das Huhn waschen, von Federresten befreien und die Fettdrüsen am Bürzel entfernen. Aus dem Huhn unter Verwendung von Ingwer wie hier beschrieben eine klare Brühe zubereiten.

1/3 Klebreis und 2/3 normaler Reis miteinander vermengen und in Wasser ca. 2 h einweichen. Danach das Wasser abgießen, den Reis ca. 3 min trocknen lassen und mit einem Mörser etwas zerstoßen, so dass die Körner ungefähr geviertelt werden.

Den Reis in die klare Brühe geben und unter gelegentlichem Rühren auf kleiner Flamme ca. 25 min kochen lassen bis eine etwas dünnflüssigere, milchreisähnliche Konsistenz entstanden ist. Die Reissuppe mit Salz und Fischsauce abschmecken.

Das Hühnerfleisch in dünne Streifen teilen.
Da diese Suppe sehr neutral ist, passen verschiedene Kräuter dazu, in Ringe geschnittene Frühlingszwiebeln sollten auf jeden Fall dabei sein. Ansonsten können entweder grob gehackter Koriander (Mùi ta) und langer Koriander (Mùi tàu) oder die Blätter und Stielansätze von vietnamesischem Koriander (Rau răm) verwendet werden. Perilla (Tía tô) und vietnamesische Melisse (Kinh giới) passen ebenfalls sehr gut dazu.

Die Reissuppe in eine Schüssel füllen, das Hühnerfleisch daraufgeben und die Kräuter darüberstreuen. Nach Belieben in dünne Ringe geschnittene Chilischoten dazugeben.

Die Suppe wird mit Stäbchen und Löffel gegessen.

Cá sốt cà chua – Gebratener Fisch in Tomatensauce

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Fischfilet abspülen, mit Küchenpapier trocken tupfen und leicht salzen. In einer Pfanne mit Öl die Filets durchbraten und beiseite stellen.

Das Kerngehäuse von 2 Tomaten entfernen und diese sehr klein schneiden. Zwiebeln und je nach Geschmack Knoblauch oder Ingwer klein schneiden. Die Zwiebeln und Knoblauch bzw. Ingwer in die Pfanne geben und mit dem noch vorhandenen Öl anbraten. Die Tomaten dazugeben und bei mittlerer Hitze etwas einkochen lassen. Mit etwas Wasser ablöschen, so dass die Soße noch dickflüssig ist und mit Fischsauce und Zucker abschmecken. Die Filets wieder dazugeben und 2-3 min bei leichter Hitze ziehen lassen. Eine Frühlingszwiebel in Ringe schneiden und kurz vor Ende der Garzeit unterrühren.

Auf einen Teller geben. Dazu wird Reis gegessen.

Trứng muối – Salzdotter

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Dies sind die Eidotter in Salz eingelegter Eier. In Vietnam werden dafür hauptsächlich Enteneier verwendet, da diese dort günstiger sind.
Die Dotter können pur zu Reis oder Reissuppe (Cháo) gegessen oder für Süßspeisen verwendet werden. Vor allem in Mondkuchen passen sie sehr gut zu der relativ süßen Füllung. Gekocht und zerrieben können sie als Panade für Fleisch genutzt werden.

Für die Zubereitung eine beliebige Anzahl Eier waschen und in ein undurchsichtiges Gefäß geben. Je nach Anzahl der Eier Salz in Wasser in einem Mischungsverhältnis 1:5 auflösen und über die Eier gießen. Anschließend diese mit einem Teller beschweren und ca. 20 – 25 Tage bei Zimmertemperatur stehen lassen.
Die Eier können auch länger in der Salzlake aufbewahrt werden.

Zur Verwendung die Eier öffnen und die mittlerweile verfestigten Dotter herausnehmen. Das Eiweiß sollte wegen des starken Salzgehalts nicht verwendet werden. Die Dotter in weißem Schnaps vorsichtig waschen und in einem Sieb 10 – 15 min dämpfen.
In einigen Regionen Vietnams werden auch die ganzen Eier gekocht und zu ungesalzenen Speisen wie z. B. dicke Reissuppe gegessen. Diese sind jedoch für den europäischen Geschmack meist zu salzig.

Mitunter werden der Salzlake weitere Gewürze wie Ingwer, schwarzer Cardamom, Sternanis, Pfeffer, Zucker hinzugefügt, indem das Wasser zusammen mit den Gewürzen aufgekocht und erst danach das Salz hinzugefügt wird. Die Lake vor dem Übergießen etwas abkühlen lassen.

Rezeptverweis:
Bánh dẻo – Mondkuchen (ungebacken)

Bánh dẻo – Mondkuchen (ungebacken)

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Morgen ist in Vietnam Mittherbstfest (Tết Trung thu). Dieses findet immer am Vollmond des 8. Mondmonats statt und fällt damit in die Monate September oder Oktober. Dieses Fest wird heute hauptsächlich von den Kindern mit einem Laternenumzug gefeiert und es werden Süßigkeiten verteilt, darunter Mondkuchen (Bánh Trung thu), die es in zwei Varianten gibt: Gebacken mit einem Teig aus Weizenmehl (Bánh nướng) und ungebacken mit einem Teig aus geröstetem Reismehl (Bánh dẻo) mit unterschiedlichen Füllungen. Die Füllungen bestehen meist aus dem Eidotter eines in Salz eingelegtem Eis (Trứng muối), Mungbohnen und Lotoskernen, oft auch miteinander gemischt, aber auch aus roten Bohnen oder kandierten Früchten bzw. Gemüse (Mứt). Letztgenannte Zutaten werden häufig mit gesüßtem Speck als gemischte Füllung (thập cẩm) verwendet.
Normalerweise werden Mondkuchen im Handel gekauft. Es gibt nur noch wenige Familien, die diese Kuchen selbst machen. In Deutschland sind sie in den größeren Städten ebenfalls erhältlich, nicht nur die vietnamesischen Varianten, sondern auch chinesische Variationen.

Wir haben dieses Jahr das erste Mal die ungebackene Variante mit einer Mungbohnen- und einer Lotoskernfüllung ausprobiert. Das Rezept für den Teig haben wir aus einer Kochsendung und für die Füllung aus einem Kochbuch.
Es gibt für diese Kuchen spezielle Förmchen aus Holz oder Kunstoff in Vietnam zu kaufen, von denen ich zwei aus meinem Urlaub mitgebracht habe. Diese Förmchen haben meist eine Angabe, wie viel Gramm der damit geformte Kuchen haben wird. Dies dient auch zu Orientierung für Mengenangaben für den Teig und die Füllung. Als Verhältnis zwischen Teig und Füllung hatten wir 1:1 gewählt, es gibt im Netz aber auch die Angabe 2:1, die für die eckigen Formen geeigneter ist. Die gekauften Kuchen werden offenbar ebenfalls im Verhältnis 2:1 hergestellt.

Die folgenden Mengenangaben ergeben 4 Kuchen à 200g mit jeweils zwei Mungbohnen- und zwei Lotoskernfüllungen. Von der Reihenfolge her sollten die Füllungen zuerst zubereitet werden.

Teig
80 ml Wasser
250 g Zucker
120 g Reismehl aus geröstetem Klebreis (Bột bánh dẻo)
einige Tropfen Pomeloblütenaroma (Nước hoa bưởi)

Den Zucker bei niedriger Hitze im Wasser auflösen. Vom Herd nehmen und das Mehl hineinsieben, Aroma hinzufügen und gut durchrühren. 30 min stehen lassen.
Der Teig ist anfangs relativ flüssig, verfestigt sich aber während der Standzeit.

Mungbohnenfüllung
100 g getrocknete, geschälte Mungbohnen (Đậu xanh)
100 ml Wasser
50 g Zucker
1 TL Öl

Die getrockneten Mungbohnen gut waschen bis das Wasser klar ist und bei geringer Hitze im Wasser mit einem Deckel bedeckt kochen. Bei uns haben die angegebenen 100 ml Wasser nicht ausgereicht und wir haben während des Kochens gelegentlich etwas Wasser nachgegossen. Dies sollte aber nur dann erfolgen, wenn es nötig ist, da die Bohnen zum Schluss das Wasser möglichst komplett aufgenommen haben sollten. Wenn die Bohnen sehr weich sind, diese mit einem Mixstab pürieren und den Zucker unterheben.

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Durch ein Sieb streichen, in eine Pfanne geben und bei geringer Hitze unter ständigem Rühren trocknen lassen. Anschließend das Öl hinzugeben und nochmals ca. 5 min durchrühren. Die Masse bildet jetzt einen Klumpen. Diesen zum Abkühlen beiseite stellen, halbieren und Kugeln formen.

Lotoskernfüllung
75 g getrocknete Lotoskerne (Hạt sen)
Wasser
50 g Zucker
1 TL Öl

Die Lotoskerne über Nacht in Wasser einweichen, abgießen und waschen. Sollten die Kerne noch Keimlinge enthalten, müssen diese entfernt werden, da sie relativ bitter sind. In einem Topf mit Wasser solange kochen bis die Kerne richtig weich sind. Je nach Einweichzeit kann dies bis zu einer Stunde u.U. sogar noch länger dauern. Das Wasser abgießen und die noch nassen Kerne pürieren. Dabei anfangs am besten ein Gefäß mit Abdeckung verwenden, da die Kerne im Gegensatz zu den Bohnen gern herausspringen. Den Zucker unterheben, durch ein Sieb streichen und in eine Pfanne geben. Bei geringer Hitze unter ständigem Rühren trocknen lassen. Anschließend das Öl hinzugeben und nochmals ca. 5 min durchrühren. Die Masse zum Abkühlen beiseite stellen, halbieren und Kugeln formen.

Kuchen formen
Den Teig vierteln, die Hände mit dem Reismehl bestäuben, die einzelnen Teigviertel nochmals durchkneten und zu einer Kugel formen. Diese auf einer mit Mehl bestäubten Unterlage zu Kreisen mit ca. 10 cm Durchmesser ausrollen, eine Füllung in die Mitte legen und den Teig komplett herumschlagen. In die Form das Reismehl geben, durch Drehen und Schütteln dieses in alle Ritzen bringen und anschließend die Form leicht ausklopfen, damit nicht zu viel Mehl am Kuchen verbleibt. Die Teigkugel gut in die Form drücken.

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Bei Kunststoffformen kann der Deckel abgenommen werden, um nachzusehen, ob der Teig die Form komplett ausfüllt. Anschließend die Form von allen vier Seiten auf die Unterlage aufschlagen, damit sich der Teig lockert und sich von allein aus der Form löst.
Die Kuchen in Frischhaltefolie wickeln.

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Wie viele vietnamesische Süßspeisen, die zu ungesüßtem grünen Tee gegessen werden, ist der Teig relativ süß. Wer das nicht mag, sollte den Zucker im Zuckersirup etwas reduzieren. Insgesamt wird für 120 g Mehl ca. 300 ml Zuckerwasser benötigt.
In Vietnam wurde traditionell anstelle des Öls Schweineschmalz zu den Füllungen gegeben.
Häufig wird in die Mitte der Füllung das Dotter eines in Salz eingelegten Eis gegeben (Trứng muối), das sehr gut zu der relativ süßen Füllung schmeckt.

Bột bánh dẻo – Mehl aus geröstetem Klebreis

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Dieses Mehl wird aus geröstetem Klebreis hergestellt. Daher sind die damit zubereiteten Teige sofort verzehrfähig.
Meist wird es für Kuchen zum Mondfest (Bánh dẻo) verwendet, aber auch für weitere Kuchen wie z.B. Bánh in (Druckkuchen).
In englischsprachigen Rezepten wird dieses Mehl auch „koh fun“ genannt.
Hier ist es nur in wenigen Asia-Läden erhältlich.

Alternative vietnamesische Bezeichnungen o. Schreibweisen:
Bột nếp rang

Rezeptverweis:
Bánh dẻo – Mondkuchen (ungebacken)